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Kenia

Eine nahezu menschenleere Masai Mara

Liebe Helmke, liebe Jessi,
liebes Karibu-Team,

nachdem wir nun schon wieder seit 2 Wochen im kalten Deutschland verbracht haben, komme ich nun endlich dazu, einen Eintrag ins Gästebuch zu erstellen.

Dies war nach Tansania 2012, Kenia 2014, Botswana 2017 und Kenia/Tansania 2018 unser fünfter Afrikaurlaub mit Karibu-Safaris. Diesmal haben wir unseren Urlaub zusammen mit Bernd und Uschi verbracht, die wir anlässlich unserer Botswanareise kennengelernt haben. Die gemeinsame Planung erfolgte bereits im November 2019 als das Wort „Corona“ noch gänzlich unbekannt war. Nach langem Hoffen und Bangen war es dann am 06.11.20 endlich soweit und wir durften unseren Abenteuerurlaub trotz Coronakrise in Frankfurt antreten. Nach einem langen Reisetag wurden wir nach den üblichen Sicherheitsmaßnahmen am Flughafen Nairobi (Fieber messen, Vorweisen eines negativen Coronatests etc.) um ca. 22.00 Uhr von Felix und unserem Guide Simon empfangen und ins EKA-Hotel gefahren. Es hat wieder einmal alles reibungslos geklappt, obwohl nach Angaben der Bundesregierung Kenia ein Hochrisikogebiet sein soll!

Am 07.11.2020 begann dann der eigentliche Urlaub mit der Fahrt von Nairobi ins Ashnil Samburu Camp, die unser Guide Simon auch sehr routiniert, orts- und fachkundig in ca. 6 ½ Std. bewältigte. Die nächsten 3 Nächte verbrachten wir in der sehr schönen Lodge im Samburu NP und bekamen bei unseren Game-Drives neben Gerenuks, Giraffen, Elefanten, Oryx-Antilopen, Krokodilen, eine große Anzahl an diversen Vögeln und auch Geparden zu Gesicht. Da ich in dieser Zeit auch meinen Geburtstag feiern konnte, wurden wir vom Personal mit Torte, Gesang und Tanz überrascht.

Am Dienstag 10.11. war dann wieder Reisetag und wir fuhren weiter ins Sweetwater Serena Camp. Während der Fahrt hatten wir einen tollen Ausblick auf den Mount Kenia, der sich mit seinen mehr als 5800m im Sonnenschein und schneebedeckt zeigte. Unsere Zelte grenzten an ein großes Wasserloch, wo sich uns neben Zebras, Impalas und Wasserböcken auch 4 Breitmaulnashörner präsentierten. Gleich am Nachmittag konnten wir im Ol Pejeta die letzten nördlichen Breitmaulnashörner in unmittelbarer Nähe vom Auto aus beobachten und erhielten vom ihrem Pfleger auch sehr persönliche Eindrücke mitgeteilt – eine tolle Erfahrung. Aber auch der Rest des Parks ist sehenswert – neben u.a. Elefanten, Gazellen, Antilopen und Löwen sahen wir auch diverse frei lebende Nashörner.

Ein Erlebnis der ganz besonderen Art hatten wir dann gleich am Abend – unsere 1. Nachtsafari, die von 21.00 bis 23.30 Uhr von 2 Guides des Camps durchgeführt wurde.  Neben Hyänen, Büffeln, Antilopen, Gazellen und Elefanten fuhren uns die beiden Guides mit dem Auto mitten in ein 10-köpfiges Löwenrudel, das gerade beim Fressen war. Anschließend fanden wir auch das Oberhaupt des Rudels, einen mächtigen Löwenmann, der mit lautem Gebrüll einen Nebenbuhler zu beeindrucken versuchte. Das alles spielte sich direkt neben unserem Auto ab – ein Löwenmann innerhalb des Parks, der andere hinter dem Zaun außerhalb, nur ca. 2-3m entfernt von uns – ein ganz fantastisches Erlebnis! Wir fanden kaum Schlaf und hörten noch die ganze Nacht hindurch in unserem Zelt das laute Löwengebrüll der beiden Rivalen – Gänsehaut pur!!!

Leider ging es am Donnerstag, 13.11. schon wieder weiter und wir begaben uns um 7.00Uhr auf die Fahrt zum Lake Nakuru Nationalpark. Um ca. 12.30 Uhr erreichten wir unser nächstes Ziel, die Flamingo Hill Lodge, wo wir während der 2 Tage unseres Aufenthaltes die einzigen Gäste waren. Schon in den vorherigen Unterkünften war die Belegung nur sehr gering und außer uns waren meist nur 4-8 weitere Gäste anwesend. Im Park bekamen wir neben Flamingos und vielen anderen Wasservögeln auch diverse Nashörner, Büffel, Giraffen und als Attraktion auch drei sog. „Baumlöwen“ zu sehen. Leider ist der Wasserspiegel des Lake Nakuru mittlerweile so hoch gestiegen, dass man vom Flamingo Hill Camp aus nicht innerhalb des Parks auf die andere Seite des Sees gelangt. Wir mussten deshalb immer erst aus dem Park heraus und durch die Stadt Nakuru fahren, um wieder in den Park zu gelangen. Dies war immer mit erheblichem Zeitaufwand verbunden. Insgesamt gesehen ist jedoch auch der Lake Nakuru Nationalpark eine Reise wert.

Am Samstag, 15.11. fuhren wir dann vom Lake Nakuru in die Masai Mara, erneut eine lange Fahrt von ca. 5-6 Stunden. Um ca. 13.00 Uhr erreichten wir unsere letzte Station – das Sand River Camp. Wir wurden äußerst freundlich begrüßt und erfuhren so nebenbei, dass wir die ersten Gäste sind, die einen Aufenthalt von 7 Nächten gebucht hatten. Gerade in „Coronazeiten“ ist dies mehr als außergewöhnlich und wir verbrachten 4 unserer 7 Tage als einzige Gäste in der Lodge. Auch wenn die anderen drei Lodges sehr schön waren, ist das Sand River Camp das absolut beste Camp, das wir in unseren bisherigen fünf Afrika-Urlauben genießen durften – ein echtes Luxus-Camp.

Es liegt direkt am Sand River, dem Grenzfluss zwischen Kenia und Tansania. Beim Duschen auf der Veranda konnten wir nach Tansania hinüber schauen und waren lediglich 10-15m vom Fluss entfernt. Die 18 Luxuszelte sind räumlich so weit voneinander entfernt, dass sich die Lodge auf eine Gesamtlänge von 1km am Fluss entlang verteilt. In 3 Nächten waren Löwen im Camp und wir durften unser Zelt nach Einbruch der Dunkelheit immer nur in Begleitung verlassen. Die Abende am Lagerfeuer mit dem Manager Taro (trotz seines Alters von erst 21 Jahren ein sehr angenehmer und eloquenter Gesprächspartner) waren stets ein Highlight und ein schöner Abschluss des Tages. Das Personal war immer überaus freundlich und hilfsbereit, das Essen ein Genuss und auch sämtliche Drinks wurden immer mit netten Worten serviert, hier sind insbesondere Dennis und Jeremiah hervorzuheben. Das Camp ist wirklich sehr empfehlenswert, da sowohl das Essen als auch die Getränke bereits im Preis bereits inkludiert waren.

Ein weiterer toller Service, den uns das Personal des Camps bot, war ein Busch-Frühstück, das mitten in der Wildnis am Sand River aufgebaut war. Nach einer Morgenpirsch wurden wir ca. 20 Min. vom Camp entfernt damit überrascht und wir nahmen unser Frühstück direkt neben dem Fluss ein. Neben einer mobilen Küche, die alles herbeizauberte, was man so wünschte (Frisch zubereitete Spiegeleier, Rühreier, Würstchen etc.) wurden wir zudem mit Champagner empfangen – einfach ein Luxus-Frühstück.

Über die Masai Mara und die Mara National Reserve bzw. Mara Conservancy muss man eigentlich keine Worte mehr verlieren. Die Mara bietet alles, was die Tierwelt Ostafrikas zu bieten hat und das alles in geballter Form. Noch dazu in dieser sog. Corona-Zeit, in der kaum andere Touristen zu sehen waren. Große Büffelherden, Wasserböcke, Gnus, Kuhantilopen, Topis, Thomsons, Warzenschweine, Giraffen, Elefanten sowie viele Vögel gehörten zu den täglichen Tierbeobachtungen. Selbstverständlich haben wir auch wieder die sog. „Big-Five“ zu sehen bekommen.

Exklusiv durften wir dabei eine erfolgreiche Löwenjagd auf Gnus erleben und die beiden Löwinnen mit ihren 2 Jungen anschließend beim großen Fressen beobachten. Weiterhin bekamen wir erstmals eine Leopardin mit einem Baby zu Gesicht sowie ein großes Leopardenmännchen, das als Beute ein Zebra auf einer Astgabel in luftiger Höhe deponiert hatte. Eine Leopardin posierte vor uns (nur wir vier im Auto, ohne weitere Zuschauer) auf einem Baum. Nach ca. 10 Minuten kletterte sie herab, ging direkt vor unseren Augen zum Fluss und sprang dort von Fels zu Fels bis sie das andere Ufer erreicht hatte. Wir sahen große Löwenrudel mit ca. 20 Tieren beim Ruhen und Spielen, eine Löwenmutter mit 2 Babys und weitere Löwen aus nächster Nähe. Mehrmals konnten wir auch Geparden direkt am Auto  beobachten, ganz zu schweigen von den vielen Hyänen, die die Masai Mara immer zu bieten hat. Jede Nacht im Sand River Camp wurde zudem mit Löwengebrüll und Hyänenrufen zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Ganz besonders erwähnenswert ist aber der Morgen des 18.11.20. Kurz nach 6.00 Uhr bestiegen wir den Korb und starteten zu unserer Ballonfahrt über die Masai Mara. Einen Sonnenaufgang über der Mara vom Ballon aus zu beobachten ist ein Erlebnis, das man wohl nie mehr vergisst. Anfangs stieg der Ballon auf eine Höhe von 1000m Höhe und anschließend schwebten wir nur ca. 20-30m über der Masai Mara. Die Tierbeobachtungen aus der Luft in dieser geringen Höhe sind etwas ganz Besonderes und Unvergessliches. Nach der Landung wurde uns dann noch ein sehr exklusives Frühstück mitten im Busch serviert – einfach fantastisch, ein Traum!!!

Insgesamt durften wir sieben wunderschöne Tage und Nächte in einem Nationalpark verbringen, der wirklich alles bietet, was man von einer Safari erwartet und noch darüber hinaus. Auch beim dritten Aufenthalt war die Masai Mara wieder ein überwältigendes Erlebnis!

Aber wie immer im Leben – alles hat ein Ende. Am Samstag, den 21. November hieß es dann: Abschied nehmen vom Sand River Camp und natürlich von der Masai Mara. Sie verabschiedete sich von uns standesgemäß mit einer Leopardin und einer Gepardin mit Nachwuchs sowie 2 männlichen Geparden direkt am Wegrand.

Unser stets umsichtiger und freundlicher Guide Simon brachte uns anschließend nach Nairobi, wo wir zum Abschluss noch einen Stau der Extraklasse erleben konnten, aber trotz allem rechtzeitig und pünktlich am Flughafen eintrafen. Nach einem Nachtflug von Nairobi nach Frankfurt und der Zugfahrt nach Nürnberg mussten wir uns dann leider um 11.30 Uhr in Nürnberg von unseren beiden lieben Mitreisenden Uschi und Bernd verabschieden. Es war wieder einmal ein Traumurlaub in Afrika – trotz oder gerade wegen Corona? Und wie bisher immer, traumhaft geplant und bis ins letzte Detail durchorganisiert durch das tolle Team von Karibu. Hierfür an Euch, liebe Helmke und liebe Jessica, sowie an das gesamte Karibu-Team nochmals herzlichen Dank. Wir können nur jedem empfehlen, der in diesen schweren Zeiten überlegt, fahren oder nicht – packt die Koffer und die Gelegenheit beim Schopf.

Momentan gibt es aus unserer Sicht kein erhöhtes Risiko, aber es ist die beste Gelegenheit eine nahezu menschenleere Masai Mara zu erleben.

Viele Grüße aus Postbauer-Heng (bei Nürnberg),

Uli und Andrea K.